Nach Need for Speed: Shift forderten Fans der Serie endlich eine Umsetzung der Rennspiel-Reihe für die Wii. Allen Anschein nach wurde dieses flehen erhöht und so entwickelte Electronic Arts speziell für die Wii einen eigenst zugeschnittenen Ableger … Dieser ist nicht wie eventuell erwartet eine reine Adoption der großen Konsolenbrüder, nein bei Need for Speed: Nitro wurden die Vor- und Nachteile der Wii berücksichtigt und so ein reiner Exklusiv-Titel für die Wii-Konsole geschaffen.
Ob Ihr euren Wagen aus der virtuellen Garage holen solltet oder lieber die Matchbox-Karren zur Freizeitbeschäftigung nutzt, haben wir in unserem Spieletest für euch getestet.
Inhaltsverzeichnis |
Details über Need for Speed: Nitro |
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für folgende Konsolen erhältlich: |
Gameplay
Während sich Need for Speed auf den großen Konsolen, mit Shift in Richtung Simulation bewegte, nimmt Need for Speed: Nitro die Rolle des spaßigen Arcadeflitzers ein. Und dies scheint auf den ersten Blick sehr gelungen. So könnt Ihr euer Fahrzeug aus einem Fuhrwerk von über 30 “realen” Wagen wählen, darunter sind auch etweilige Exoten, wie der VW-Camper, der Hummer oder ein Lamborghini vertreten. Mit der Fahrphysik und den eigentlichen Fahrzeugeigenschaften, wie zum Beispiel Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit nimmt es der Arcade-Racer nicht so genau und so habt Ihr grundlegend mit jeder Karre die gleichen Chancen.
Das liegt vor allem an der maßgeblichen Nutzung eures Nitro-Vorrates, denn ohne diesen seid Ihr meistens aufgeschmissen. Um euren Booster jedoch aufzuladen, könnt Ihr scharfe Überholmannöver, Windschattenfahrten und Drifts ausführen. Habt Ihr euer Nitro ein mal aufgeladen, solltet Ihr diesen gewissenhaft einsetzen, denn nicht selten entscheidet das letzte Tröpfchen Nitro über Sieg oder Niederlage. Und das erst recht, wenn euch eine Hand voll störrischer Cops am Auspuff schnuppern und euch mit mehr oder weniger brachialer Gewalt von der Straße holen wollen. Dies kann jedoch sowohl ein Fluch als auch ein Segen sein, denn während die Cops grundsätzlich eher dem erstplatzierten aufs Korn nehmen, besteht eure Herausforderung darin, euch durch das gesammelte Knoll an Cops und heißen Schlitten zu quetschen und das Siegertreppchen für euch zu beanspruchen.
Solltet Ihr die Nase voll von den Cops haben, bietet euch Need for Speed: Nitro die Möglichkeit, in einen anderen Spiel-Modus zu wechseln und so habt Ihr die Wahl zwischen Karriere-, Arcade-, Drag-, Grand Prix- oder Event-Modus. Während Ihr im Arcade- und Cops-Modus grundlegend euren Kontrahenten entfliehen wollt, bieten gerade die Renn-Events reichlich Abwechslung. Denn neben dem obligatorischem Rennen, Team-Rennen und Zeitfahren, gibt es noch den Eliminator-Modus in dem Ihr die Spitze erobern müsst, während alle 30 Sekunden der letztplatzierte Fahrer das Rennen verlässt. In der Radarfallen-Challenge müsst Ihr euch gekonnt mit eurer Höchstgewschwindigkeit “Fotografieren” lassen, während Ihr in der Drift-Challenge erneut die Reifen quietschen lasst und ordentlich Punkte sammelt.
Need for Speed: Nitro gibt euch dabei die Möglichkeit, mit allen erdenklichen Steuerungsmöglichkeiten euer Fahrkönnen unter Beweis zu stellen, sei es mit dem Wii-Wheel, dem Classic-Controller oder der Wii-Mote. Dabei ist gerade die Steuerung mit der Wii-Mote und dem Nunchuck erfrischend leicht zu handhaben. Allerdings ermöglichen die hohen Geschwindkeiten und das strenge Fahrverhalten der Gegner nur begrenztes Steuerungsvermögen und so werden nicht immer freiwillig die Planken zur nötigen Lenkhilfe. Das Problem bei der Sache ist, dass euer Fahrzeug mehr oder weniger Schaden nimmt, nicht das sich dies bis auf ein paar Beulen und Kratzer im Glas groß sichtbar machen würde, nein, aber euer Boost zündet mit erhöhtem Schadensanteil steht’s später als gewünscht. Um dies zu umgehen, sollte man vor allem Frontalcrashs mit Leitplanken und dem Gegenverkehr tunlichst vermeiden und eventuell das eine oder andere “Werkzeug” aufheben, das euer Auto wieder auf Vordermann bringt.
Wem die reine Raserei aus den Ohren hängt, der kann sich zur Abwechslung auch in seine Garage verziehen und mit Fantasie an seinen Wagen rumschrauben. Allerdings sind die Möglichkeiten hier auf die visuelle Verfeinerung begrenzt und so könnt Ihr neben der Farbe, Graffitis und Markierungen eurem Auto auch eigene angepasste Bauteile verpassen. Diese könnt Ihr einfach mit Hilfe der Wii-Fernbedienung Ziehen und Drücken wie Ihr wollt und letztendlich eurem Auto ein ganz eigenes Aussehen verleihen.
Trotz all dieser Feature und vor allem trotz vielfältiger Spiel-Modi, schleicht sich bei Need for Speed: Nitro schnell das Routine-Monster ein und wird generell durch die sehr ätzende Kamera noch ein ganzes Stückchen schlechter gemacht, als es eigentlich sein müsste. Denn während Need for Speed: Shift euch die Möglichkeit bietet, euch aus etlichen Perspektiven hinters Lenkrad zu klemmen, könnt Ihr in Nitro nur eine sehr flache Kamera-Perspektive nutzen. Diese verdeckt gerade im Nitro-Modus, als auch im Mehrspieler-Modus durch die “Team-Markierungen” sämtliche Weitsicht und verwandelt den flotten Arcade-Racer schnell in ein Rennen für Blinde.
Präsentation
Grafisch macht Need for Speed: Nitro auf der Wii eine durchaus gute Figur und kann gerade mit dem übertriebenen Stil und den schönen Comic-Figuren seine Reize entsprechend der Zielgruppe voll ausspielen. Dabei nimmt sich Nitro Gott sei Dank nicht selbst zu ernst und bewegt sich weit weg vom Realismus. Klar hätten die Umgebungen und die Special-Effects ein deutlich höheren Detailgrad vertragen können, allerdings ist die Performance von Need for Speed: Nitro bei 60 Hz tadellos und bremst technisch das Spiel keineswegs aus.
Auch in Punkto Sound wurde bei Need for Speed: Nitro technisch alles korrekt und handelstauglich abgeliefert und bietet keinen Grund zum meckern.
Mehrspieler
Wie bei jedem Sport- oder Rennspiel dreht sich auch bei Need for Speed: Nitro alles um den Mehrspieler-Modus, während der Karriere-Modus nur kurzfristig für spaßige Straßenrennen sorgen kann, bietet der Mehrspieler-Modus jeden erdenklichen Spaß den man auf der heimischen Konsole benötigt. Diesen könnt Ihr mit bis zu 4 Personen via Split-Screen erproben und das ohne im Vorfeld etliche Autos, Strecken oder Grafittis freischalten zu müssen, euch steht nämlich von Anfang an alles für eine spaßige Mehrspieler-Partie zur Verfügung. Das große Manko am Mehrspieler-Modus ist allerdings die Tatsache, dass dieser nicht via Internet funktioniert und Ihr so mehr oder weniger auf spielfreudige Mitmenschen und die nötige Hardware angewiesen seid.
Fazit
Need for Speed wurde endlich für die Wii umgesetzt und dies sogar erstaunlich gut. Der Stil, die Fahrzeuge und der Fahrspaß können sich gekonnt in Szene setzen und machen ordentlich Laune, leider bietet Nitro allerdings wenig Spieltiefe und macht auch in Punkto Tuning und Fahrphysik eher einen flachen Gesamteindruck. Aber hey, für Freunde spaßiger Arcade-Racer ist Need for Speed: Nitro sicherlich ein willkommener Titel und sollte bei meinem Bleifuß im Regal fehlen. Einzig und allein der fehlende Online-Modus und die teilweise “behinderte” Kamera, schmälern den sonst guten Gesamteindruck ein wenig …
Pro’s
- Toller Stil
- Exklusiver NFS-Titel für die Wii
- Etliche Modi
- 30 Fahrzeuge
- Reichlich Gestaltungsmöglichkeiten
- Unkomplizierter Spielspaß
Contra’s
- Teils eingeschränkte Sicht
- Etwas happiger Schwierigkeitsgrad
- Kein Online-Modus
Gameplay:
Endlich gibt es Need for Speed für die Wii und das auch noch recht unterhaltsam …
Grafik:
Grafisch macht Nitro eine verdammt gute Figur und holt schon einiges aus der kleinen Konsole raus.
Sound:
Der Sound ist gelungen, kann einen aber nicht vom Hocker ziehen …
73%
Gesamtwertung
