Mit den LEGO Videospielen konnten die Entwickler von Traveller’s Tales schon fast ein eigenes Genre in’s Leben rufen, dass inzwischen so ziemlich jedem, der sich für Spiele interessiert, ein Begriff sein sollte. Mit LEGO Star Wars wurde damals die Serie sozusagen geschaffen und erfreute sich damals größter Beliebtheit. Auch der zweite Teil der Saga kam sehr gut bei den Fans an, mit LEGO Batman und den beiden Indiana Jones spielen nahm die Qualität aber leider stetig ab und mit LEGO Harry Potter soll nun ein weiterer Titel geliefert werden. Ob der junge Plastik-Harry Potter die LEGO Reihe wieder zu altem Glanz zaubern kann oder die Spiele wie Rons Zauberstab weiterhin zerbrechen erfahrt ihr in unserem Test.
Inhaltsverzeichnis
Story
Die LEGO Spiele orientieren sich bekanntlich sehr nah an den Filmen, die als Vorlage für die Umsetzung dienen. Dabei darf das Quäntchen Humor aber natürlich nicht fehlen. So erlebt man die Geschichte des jungen Harry Potter und spielt diese auch nach. Wie er als kleines Kind bei seiner Pflegefamilie abgesetzt wird oder später in die Zauberschule Hogwarts eingeladen und vom Riesen Hagrid abgeholt wird sieht man alles Animation und kann selbst nicht eingreifen. Sehr nah an den Filmen orientiert muss man schließlich Herausforderungen wie Fluffy, den besessenen Lehrer, den verbotenen Wald und den dunklen selbst meistern. Schade ist jedoch, dass man selbst nicht auf den Besen steigen kann um die Quidditch-Meisterschaft zu gewinnen, sondern immer in der Rolle von einem anderen Charakter Harry helfen muss, dass er auf seinem Besen bleibt.
Trotz dem guten Bezug der Story zu den Filmen wird jemand der weder Film noch Buch kennt nicht wissen worum es in LEGO Harry Potter eigentlich geht. Folglich ist das auch dieses LEGO Spiel nur etwas für Fans.
Gameplay
Das Gameplay ist das altbekannte Prinzip der LEGO Spiele. In den Rollen von verschiedenen Charakteren, wie hier Hermine, Ron, Harry, Hagrid oder weiteren bekannten Figuren aus den Harry Potter Filmen, muss man Herausforderungen meistern. Dabei haben verschiedene Charaktere auch unterschiedliche Eigenschaften. Manche Heben können zum Beispiel nur von sehr starken Charakteren wie Hagrid betätigt werden. Steht dieser im Moment nicht zur Verfügung müssen sich die Schüler einen Trank brauen, der sie für eine gewisse Zeit stärker macht. Dies schafft man indem man die Zutaten in der Umgebung sucht, die vorgegeben werden. Die Zutaten, die man noch benötigt schweben als Hologramm über den Topf – finden kann man sie, indem man Zaubersprüche auf Pflanzen und andere zerstörbare Gegenstände anwendet. Erstmals können die Charaktere in einem LEGO Spiel auch mehrere Eigenschaften haben. Denn im Unterricht lernt man als Schüler neue Zaubersprüche, die man dort anwenden muss um sie für spätere Missionen freizuschalten. Dabei hat jeder Zauber, wie im Film auch, eine andere Wirkung. “Wingadium Liviosa” lässt andere Charakter oder Gegenstände schweben, während “Expelliarmus” den Gegner entwaffnet oder “Lumos” Licht ins Dunkel bringt und gemeine Pflanzen vertreibt. Dabei leiten sich die Zaubersprüche sehr oft von lateinischen Wörtern ab.
Dabei kann man während dem Spiel per Knopfdruck einen Zauber auswählen, den man benutzen möchte. Was ziemlich unpraktisch sein kann ist, wenn man vom Endgegner mit Gegenständen beworfen wird, die man mit einem bestimmten Zauber abwehren muss, den man gerade nicht parat hat. Denn wenn man einen neuen Zauber auswählen will kann man sich nicht bewegen, was bedeutet, dass man den entgegenkommenden Gegenständen für die Sekunden schutzlos ausgeliefert ist. Und wird man getroffen, schließt sich das Menü, in dem man die Zauber auswählt – es kann also ein wenig dauern bis man schließlich den passenden Zauber hat.
Ebenfalls sehr positiv anzumerken ist, dass es nicht mehr so stumpfe Aufträge wie in den vergangenen LEGO Spielen im Stil von erledige so und so viele Gegner gibt. Erstmals seit langer Zeit gibt es Aufgaben, die etwas Konzentration erfordern, aber trotzdem auch für jüngere Spieler zu bewältigen sind. So muss man zum Beispiel aus mehreren herumliegenden Steinen eine provisorische Treppe bauen. Sehr gut ist dabei , dass selbst wenn man sich nicht an die optimale Konstruktion hält und die Legosteine nur aufeinander klatscht (sodass man sie zumindest einmal als Treppe benutzen kann, sofern sie nicht wegfallen) man sie durch geschicktes Springen und schnelles Timing trotzdem nutzen kann. Gerade auf der Wii ist so etwas recht spaßig, da man mit dem Motion-Controller durch geschickte Handbewegungen die Objekte bewegt und nicht mit einer langweiligen Sticksteuerung. Schade ist dabei aber, dass die Steuerung der Objekte etwas ungenau ist.
Im Großen und Ganzen ist die Feinmotorik im Spiel aber wesentlich besser als in den Vorgängern verbessert. So ist nun auch die Fahrzeugsteuerung wesentlich einfacher zu bedienen und auch der Ritt auf dem Besen oder anderen skurilen Objekten, mit denen man sich fortbewegen kann.
Auch der Schwierigkeitsgrad ist in LEGO Harry Potter stark gesunken, was vor allem den kleinen Spielern sehr zu Gute kommt. So führt einen der kopflose Nick immer zum nächsten Teil eines Levels und auch Pfeile zeigen einen stets durch welche Tür man gehen muss. Was für fortgeschrittenere Spieler interessanter sein dürfte sind wie immer die versteckten Gegenstände und Bonus Missionen, die man benötigt um das komplette Spiel durchzuspielen. Was aber wünschenswert wäre ist ein einstellbarer Schwierigkeitsgrad, da es teilweise sehr einfach, aber an anderen Stellen vor allem durch die nicht immer intelligente KI durchaus schwer wird. Erstmals hat ein LEGO Spiel auch endlich eine Spieldauer von gut zehn Stunden, was ein enormes Plus ist!
Präsentation
Grafisch konnten die LEGO Spiele zwar nie mit den Toptiteln mithalten, aber auch dieses Mal ist den Entwicklern eine gute und stimmige Atmosphäre gelungen, die durchaus ansehnlich ist. Gerade auch die in den letzten Spielen verloren gegangene Liebe zum Detail ist wieder zurückgekehrt. Gerade die Welt um Hogwarts ist den Filmen so detailgetreu nachempfunden und perfekt in die LEGO Welt umgesetzt, dass sich vor allem Fans direkt heimisch finden werden. Zudem sind im Vergleich zu den Vorgängern grade in den Texturen und Kanten deutliche Besserungen festzustellen, was auch für das Auge nun noch schöner anzusehen ist. Auch die einzelnen Level sind endlich etwas offener und bieten noch mehr Freiraum um sie zu erkunden – was vor allem für die Nachwuchsspieler interessant sein wird. Was aber immer noch nervt sind die Zeilenverschiebungen, die teilweise auftreten. Was man aber noch als störend anbringen muss ist die nicht veränderbare Kameraperspektive. Durch diese sieht man manche Laufwege nicht, was auch ziemlich ätzend sein kann.
Wie immer gibt es auch an der Soundqualität nicht viel auszusetzen. Die kleinen Plastikfiguren Quasseln in den comichaften Animationen fröhlich vor sich hin, während den Spieler stets eine melodische Hintergrundmusik von John William’s Originaltiteln ertönt. Das Problem dabei ist aber, dass man die Hintergrundgeräusche nur in Stereo erleben kann, was im nächsten Spiel dringend behoben werden sollte.
Mehrspieler
Einen speziellen Mehrspieler-Modus gibt es in LEGO Harry Potter: Die Jahre 1-4 nicht. Lediglich wie gewohnt den Co-Op, in dem ein zweiter Spieler in die Rolle eines weiteren Charakter schlüpfen kann und man so die Missionen und Abenteuer gemeinsam durchstehen kann. Auch in diesem Spiel ist Teamarbeit wieder groß geschrieben. Was sonst ein Computerspieler übernehmen müsste übernimmt hier sehr viel unkomplizierter ein Mitspieler, was auch den Spaßfaktor deutlich erhöht. In der verbotenen Bibliothek zum Beispiel kann sich Harry mit seinem unsichtbaren Umhang auf eine Plattform schleichen und den aggressiven Büchern entkommen, damit Ron diese mit einem Zauberspruch anheben kann. Nervig ist aber, dass man nicht selber den Spielstand speichern kann. Dies macht das Spiel zwischen den Leveln selbstständig, die Abstände sind dabei aber teilweise sehr lang.
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