Der eine oder andere hat ihn bereits gesehen, den offiziellen Nachfolger des Nintendo DS. Dabei handelt es sich allerdings um keinen komplett neuen Handheld, sondern um die Weiterentwicklung des wohl schon bekannten Nintendo DS.
Dabei beschränkt sich die Überarbeitung jedoch nicht nur auf die feinen Details in der Optik, sondern es steckt auch eine Menge neuer Features und feiner Kniffe im DSi. Was der Nintendo DSi euch so an Neuerungen zu bieten hat, haben wir uns mal genauer angesehen und dabei auf Herz und Nieren getestet. Und so wünschen wir euch viel Vergnügen bei unserem Hardware-Test.
Die Optik
Bevor wir auf die eigentlichen Features näher eingehen, soll euch zuerst ein mal das offensichtliche ein wenig näher gebracht werden. Wer also schon ein mal einen NDS in der Hand hatte, wird schnell feststellen das sich am eigentlichen Prinzip bzw. der Aufteilung nicht viel getan hat, oben ein Bildschirm, unten ein Touchpad und die Steuerungsmöglichkeiten. Beim genaueren Betrachten werden euch jedoch die kleinen Details ins Auge fallen, so ist die Oberfläche im Gegensatz zu der des DS wieder matt und die Konsole generell einen Ticken schmaler, auch die Bedienelemente der Akustigregelung haben sich vom Schieber zur Knopfleiste verändert. Desweiteren wurden die Bildschirme ein wenig vergrößert und bieten zusammen mit der verbesserten Beleuchtung nun in der Diagonalen 7 Millimeter mehr “Spielraum”. Die größte Änderung hinsichtlich der Optik betrifft allerdings die 2 Kameralinsen Innen und Außen, welche nicht nur schmückendes Beiwerk sind, sondern essenziell zum Hauptfeatures des DSi zählen.
Die Funktionen
Wie bereits erwähnt sind die beiden Kameras das neue Kernfeature des DSi, mit dessen Hilfe man entweder sich oder seine Mitspieler aufnehmen und beliebig verunstalten kann. Diese Fotos werden mit einer der beiden 0,3 Megapixel Kameras aufgenommen und auf eurer SD-Karte gespeichert und das sogar in unverschämt guter Qualität (jedenfalls für eine Konsole). Insgesamt bietet der DSi dabei für die Fotomanipulation 11 verschiedene Funktionen. So könnt Ihr mit der mitgelieferten Software die Fotos unter anderem verzerren, mit Bärten oder Icons verunstalten oder einfärben. Aber natürlich dient die Kamera nicht nur Hobbyfotografen als Hardwarezusatz, nein auch einige Spiele machen Gebrauch von der neuen Funktionen. So bieten Spiele wie “Wario Ware: Snapped” für rund 500 DSi-Points ein neuartiges Spielgefühl, welches sich durch aus spaßig am DSi spielen lässt.
Aber neben der Kamera wurde auch an der Hardware ordentlich getuned und so erklingt der Sound des DSi’s nun nicht nur lauter, sondern auch mit deutlich besserer Qualität. Und das natürlich nicht grundlos, denn der DSi bietet nun von Haus aus auch die Möglichkeit AAC-kodierte Musiktitel abzuspielen und so als tragbarer MP3-Ersatz zu dienen. Aber da liegt auch schon das Problem, denn wer brauch heut zu Tage noch einen MP3-Ersatz? Das MP3-Format hat sich schon seit Jahren nun durchgesetzt und wird vom DSi leider nicht unterstützt und so müssen die Lieblings-Songs erst ein mal ins AAC-Format kodiert werden, damit der DSi diese auch abspielen kann.
Neben der verbesserten Soundqualität, bietet der Nintendo DSi nun auch die Möglichkeit seine Stimme bzw. kleine Texte aufzunehmen, leider sind diese “Snippets” auf 10 Sekunden Aufnehmzeit begrenzt, wo sich natürlich jedem die Frage stellt, wieso man trotz SD-Unterstützung nur 10 Sekunden aufnehmen darf/ kann. Somit wirkt die neue Funktion des Recorders eher mager und enttäuschend aus, aber eventuell wird diese Funktion ja noch durch ein Systemupdate nachträglich aufgestockt.
Zusätzlich bietet der DSi dem Nutzer auch ein neues Dashboard, welches nicht nur wesentlich aufgeräumter wirkt, sondern auch wesentlich leichter zu bedienen ist. So lassen sich nun die Applikationen durchscrollen und durch einen Klick aktivieren. Auch die Funktionen an sich, werden beim ersten Besuch einfach und verständlich erklärt. Hat man dann seinen DSi erst ein mal Internetlauffähig gemacht, wird einem Schnell der DSi-Store auffallen, in dem Ihr euch mit neuen Spielen und Applikationen versorgen könnt. Dabei wird wie bei Nintendo üblich mit “Punkten” bezahlt, leider gibt es dabei keine einheitliche Währung und so unterscheidet Nintendo zwischen DSi- und Wii-Punkten. Das bedeutet für euch, wenn Ihr eure Punkte für den DSi umwandelt, könnt Ihr diese nicht mehr für die Wii nutzen und umgekehrt.
Für alle Erstbesucher stellt Nintendo allerdings die ersten 1000 DSi-Punkte und den Nintendo DSi Browser gratis zur Verfügung. Die Übertragungsrate ist dabei relativ moderat, reicht aber beim Surfen eher zum gelegentlichen News lesen, als zur Informationsbeschaffung. Generell wurde die Bedienung bei der Weiterentwicklung des Nintendo/ Opera Browsers, auf Komfort nicht verzichtet und so funktioniert die Navigation eigentlich recht intuitiv.
Die Hardware
Was die Hardware bezüglich des Sounds und der Kameras angeht, haben wir euch ja bereits bei den Funktionen näher gebracht. Die Konsole an sich ist dabei natürlich Nintendo-typisch verarbeitet und fühlt sich gegenüber der DS-Version deutlich hochwertiger an, die Überarbeitung sämtlicher Knöpfe, die Vergrößerung der Bildschirme und die Stärke Hintergrundbeleuchtung wirken sich dabei natürlich zusätzlich positiv auf den Gesamteindruck aus. Aber wie sieht es mit der mitgelieferten Peripherie aus?
Neben 2 Stylus Stiften und einem Ladekabel wurde beim DSi nichts weiter mitgeliefert, das bedeutet, das Ihr in Bezug auf Schutzhülle oder Kopfhörer euch schon mal anderweitig eindecken müsst.
Wer den DSi dann ein wenig genauer betrachtet, dem wird eventuell auch das fehlen des GBA-Slots auffallen. Einige werden jetzt vielleicht denken, diesen bräuchte man nicht mehr, Leute die aber im Besitz von Guitar-Hero sind, werden sich sichtlich darüber ärgern, denn ohne GBA-Slot ist die “DS Gitarre” nutzlos und das Spiel somit für den DSi inkompatibel.
Desweiteren ist uns auch aufgefallen, das das Netzteil des DS nicht mit dem des DSi’s kompatibel ist, das mag vielleicht so lange nicht tragisch sein, wie man keinen Kabelbruch oder Verlust zu tragen hat, aber wieso hat Nintendo nicht einfach die Steckergröße beibehalten und damit DS-Besitzern das Leben wenigstens ein wenig erleichtern können?
Fazit
Der Nintendo DSi überzeugt hinsichtlich der Bedienung und der neuen Features auf jeden fall, allerdings wirken einige Funktionen wie die Stimmaufnahme oder das Einführen gesonderter DSi-Points recht schädlich für das sonst so weißen Strahlemann. Die ersten DSi-Spiele machen dabei einen doch recht guten Ersteindruck und können sicherlich in naher Zukunft ordentlich die kleine Konsole mit neuen Titeln versorgen. Ein großes Manko ist aber sicherlich das fehlen einer MP3-Unterstützung und des GBA-Slots, welcher die Integration weiterer Peripherie wohl unmöglich macht. Das es sich beim DSi ganz klar nur um eine Weiterentwicklung des DS handelt, sollte der Kauf des DSi’s für ca. 160 Euro wohl überlegt sein. Unbedingt nötig ist er aber sicherlich nicht.

toD92 14. August 2009 um 12:14
Ich persönlich finde beim DSi nur den besseren Sound und den größeren Bildschirm gut. Die Kamera ist in meinen Augen unsinn. Wer natürlich noch keinen DS/Lite hat, der kann dort dennoch zu greifen. Denn der größere Bildschirm rockt schon :D Und natürlich das neue Interface :)
Jens Fiedler 14. August 2009 um 12:35
Aber es gibt ja wirklich Spiele die das neue Kamera Feature unterstützen, die machen auch Spaß. Allerdings finde ich auch das man da abwegen sollte, ob man dafür auf den GBA Slot verzichten möchte. Als Retrofan, nutze ich den nach wie vor noch, für die juten Rollenspiele =)