In Suffolk (England) brach im September 2009 der Gefangene Craig Lynch aus dem dortigen Gefängnis Hollesley Bay aus. Seit dem hält er die Polizei über die Internetseite Facebook ziemlich auf trab, und was für die Polizisten noch schlimmer sein dürfte – er hält sie darüber zum Narren. Regelmäßig reizt er die Polizei mit provokanten Nachrichten, in denen er erzählt, wie sehr er die Freiheit doch genieße. Auf die Frage eines Users, ob es ihm gute gehe antwortete er: „Na klar! Die besitzen doch die nötige Intelligenz mich zu schnappen gar nicht! Gerade zum Beispiel saß ich stundenlang in einem Pub, direkt gegenüber einer Polizeistation. Je offensichtlicher ich werde, desto schwerer tun sie sich!“ Ab und zu lädt er auch Bilder hoch, wie zum Beispiel zu Weihnachten. Er publizierte ein Foto, auf dem er mit einem Truthan zu sehen ist und schrieb dazu, dass er sich sechs (6) Jahre lang auf solche Weihnachten in Freiheit gefreut habe. (Sechs Jahre saß er bereits im Gefängnis.)
Da sich inzwischen schon eine Fangemeinde für Craig Lynch mit inzwischen über 20.000 Mitgliedern bildete, führte sogar schon der britische Radiosende Channel 5 ein Telefoninterview mit Lynch durch. In diesem teilte er den Zuhörern mit, dass er eigentlich eine gute Seele ist, aber die Polizei in erst schnappen könne, wenn er sich stellt.
Unklar ist aber sein Motiv für den Ausbruch. 2002 wurde er in Folge eines schweren Einbruchs zu sieben (7) Jahren offener Haft verurteilt. Das heißt, dass er das Gefängnis verlassen durfte um seiner Arbeit nachzugehen. Was für eine Art von Arbeit dies war, ist jedoch nicht bekannt. Fest steht aber, dass Lynch kurz vor der Entlassung war (nicht einmal mehr 6 Monate hätte er absitzen müssen), was nur weitere Fragen über den Sinn der Flucht aufwirft. Vielleicht führt er es auf sein Motto „Life is what you make it, live fast, die young!!!“ zurück, oder steht einfach auf den Adrenalinkick und den Medienhype.
Entgegen dem Wunsch von vielen Fans gab Lynch aber bekannt, dass es nicht mehr lange so weitergeht. In einem aktuellen Post teilte er den Lesern folgendes mit: „Tja Freunde, was soll ich sagen, bald ist die Flucht vorbei. Ich weiß, dass einige es mir übel nehmen, weil ich ihnen vorher nichts davon gesagt habe. Aber ihr kennt mich. Ich vertraue keinem. Anders geht’s nicht.” Es liegt also Nahe, dass er sich stellen will. Gerüchten zu Folge wird er dies an Silvester im englischen Lowstoft tun, da dort eine große Party stattfindet. Dies könnte aber nur wieder eine falsche Fährte sein. Der Ausgang dieses Falls ist noch ungewiss. Die Polizei arbeitet aber nach Angaben schon mit Facebook zusammen und versucht Lynch über die versendeten Nachrichten ausfindig zu machen.
Ob sich Lynch nun wirklich an Silvester stellt bleibt abzuwarten. Wir werden euch aber über den weiteren Verlauf auf dem Laufenden halten und wünschen allen ein frohes neues Jahr und einen guten Start in’s Jahr 2010!
