Wie so ziemlich jeder mitbekommen haben sollte, geschah am Donnerstag dem 17.9.2009 erneut ein Amoklauf in Deutschland. Dieses Mal erwischte es leider eine Schule in Bayern – Ansbach. Mit Messern, einer Axt und Brandsätzen verletzte der 18-jährige Täter mehrere Schüler. Glücklicherweise kam dabei niemand ums Leben – auch der Täter nicht. Nachdem die seriöseren Zeitungen ausnahmsweise sachlicher berichteten und nicht direkt alles auf die “Killerspiele” (das Wort Killerspiele ist im deutschen Duden nicht eingetragen) schoben, macht dieses Mal ein Schulleiter den ersten Schritt. Das Gymnasium in Schramberg soll ab jetzt zu einer “Killerspiel”- freien Zone werden. Dem Schulleiter Bernhard Denning ist zwar bewusst, dass es keinen monokausalen Zusammenhang zwischen Gewaltspielen und Jugendgewalt gibt, dies ist aber für ihn trotzdem kein Grund nicht dagegen vorzugehen. Dies widerspricht sich jedoch etwas, mit der nächsten Aussage des Urhebers dieses “Projekts”. Denn in Zusammenarbeit mit Lehren, Eltern und (so geplant) auch mit anderen Schulen, will man der Gesellschaft klar machen, dass Gewaltspiele schädlich sind und geächtet werden müssen. Sollte dies wirklich der Fall werden, stehen für die Ego-Shooter und “Gewaltspiel” Spieler richtig schwere Zeiten an. Die Hoffnung, dass dies nicht gelingt, bleibt jedoch noch.
Den Höhepunkt bisher hat jedoch das online-Portal “Eltern im Netz” erreicht. Auf der Homepage der “Organisation” wurde auch vom Amoklauf berichtet. Schon alleine wenn man sich die Überschriften durchliest (wie zum Beispiel: “Der neue Killer-Trend aus Amerika: Paintball”), wird klar, mit welcher Einstellung diese Seite gegenüber Computerspielern steht. In dem Artikel über den Amoklauf, stellen sie inzwischen sogar World of Warcraft als Killerspiel dar, das der Täter gespielt haben soll. Wir zitieren: “Auch Killerspiele könne man als Ursache nicht ausschließen, mahnt eine Expertin zu den aktuellen Geschehnissen auf dem Sender n-tv. Man müsse prüfen, ob und wie exzessiv der Amok-Killer die Metzel-Games konsumiert habe. Besonders auffällig sei der Zusammenhang zwischen dem Amoklauf und dem Killerspiel World of Warcraft, bei dem man ebenfalls bewaffnet mit einer Axt Jagd auf seine Feinde machen kann. Die Feinde waren in diesem Fall die eigenen Mitschüler des Axt-Mörders.”
In den Kommentaren unter ihren News ernteten die Redakteure beziehungsweise die Internetpräsenz schon sehr viel Kritik, was die Sachlichkeit ihrer Artikel betrifft.
Ob noch mehr solcher Behauptungen folgen werden, bleibt abzuwarten.










